Unterstützung einer Doktorarbeit zur equinen Lyme-Borreliose

Im Rahmen einer Doktorarbeit unterstützen wir die Teilnahme der Freien Universität Berlin an einer klinischen Forschungsstudie zur equinen Borreliose und equinen granulozytären Anaplasmose.

Ziel der Studie ist die Erhebung aktueller Daten zur Lyme-Borreliose über Fragebögen betroffener Patienten und behandelnder Tierärzte zur Ermittlung der aktuellen Seroprävalenz der Borreliose und Anaplasmose.

Vorraussetzung für die Teilnahme ist die durch einen Tierarzt gestellte Verdachtsdiagnose „Lyme-Borreliose“. Für die Untersuchungen werden lediglich Blutproben des Patienten benötigt.

Bei Interesse und weiteren Fragen wenden Sie sich an die Klinik.

Wir suchen eine(n) Jahrespraktikant(in)

Für unsere Pferdeklinik suchen wir eine Jahrespraktikantin/einen Jahrespraktikant.

Zu den Hauptaufgaben gehören die Versorgung der stationären und ambulanten Patienten, Unterstützung der Tierärzte und des Teams vor Ort und im Außendienst (Fahrpraxis) sowie sonstige Aufgaben im Klinikalltag.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Frau Mentrup (0 70 71 / 4 22 20 – telefonisch zwischen 8.00 und 12.00 Uhr / eMail (siehe Kontakt) / Kontaktformular).

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Die Euthanasie, eine schwierige Entscheidung

Quelle: Pferdeklinik Waldhügel, www.pferdeklinik-waldhuegel.de

Informationen für Pferdebesitzer
Die Entscheidung zur Euthanasie (oder des schmerzlosen Todes) eines Tieres sollte immer mit Bedacht gefällt werden. Es kann die Zeit kommen, in der man, sei es aus tierschützerischen, medizinischen oder auch Sicherheitsgründen in Erwägung ziehen muss, sich auf diese Weise von seinem Tier zu trennen. Die richtige Wahl ist unmissverständlich diejenige, die im Besten Interesse des Pferdes steht.

Schätzen Sie die Situation ein
Es gibt eine vielfältige Palette an Gründen, bei welchen eine Euthanasie in Betracht gezogen werden sollte. Einige der häufigsten sind:

  • unheilbare, fortschreitende Erkrankungen
  • unheilbare, übertragbare Infektionskrankheiten
  • chronische, nicht therapierbare Lahmheiten
  • inoperable Koliken
  • neugeborene Fohlen mit erheblichen Missbildungen
  • Schwäche im hohen Alter
  • starke traumatische Verletzungen
  • gefährliche Verhaltensäußerungen
  • übermäßig hohe finanzielle Belastung für eine Therapie, die keine ausreichende Prognose bietet
  • übermäßiges Leiden jeglicher Art

Jeder Fall ist in sich einmalig. Sogar in ähnlichen Situationen mit ähnlicher Diagnose ist die Entscheidung für oder gegen eine Euthanasie äußerst individuell.

Die Euthanasie ist ein höchst emotionales Ereignis. Es ist daher wichtig, dass sie die Situation auch mit ihrem Tierarzt ausführlich besprechen. Folgende Fragen werden ihnen helfen, die richtige Entscheidung für Sie und ihr Pferd zu fällen, egal ob es sich um einen Unfall oder um eine chronische, unheilbare Erkrankung handelt. Lassen Sie sich von ihrem Tierarzt helfen.

  • Wie lauten die Prognosen für eine Genesung oder zumindest eine akzeptable Rückkehr in das Alltagsleben?
  • Leidet das Tier?
  • Ist das Pferd physisch und psychisch beeinträchtigt oder zeigt es Interesse und Lebenswillen?
  • Welche spezielle Pflege wird das Pferd benötigen, und wie werden sie diesen Bedürfnissen gerecht?
  • Können sie es sich leisten das Pferd weiter zu versorgen?
  • Was sind die Alternativen?

Die Tierarzt – Besitzer – Beziehung
Als Pferdebesitzer haben sie die Verantwortung, das Schicksal ihres Tieres zu bestimmen. Ihr Tierarzt kann ihnen lediglich die medizinischen Informationen über das zugrunde liegende Leiden näher bringen und ihnen helfen, die Prognosen ihres Pferdes besser einzuschätzen. Ihr Pferdepraktiker kann mit ihnen das Vorgehen erörtern, Trost spenden und Hilfe anbieten. Ihr Tierarzt kann ihnen jedoch nicht ihre Entscheidung für oder wider eine Euthanasie abnehmen.

Aus diesem Grund müssen SIE zu einer Entscheidung finden, die sie als die Richtige für sich und insbesondere ihr Pferd einschätzen.

Nur in extremen Notfallsituationen entscheidet der Tierarzt zum Besten des Tieres ohne sich mit dem Besitzer zu beraten. Ein Beispiel hierfür ist der Ausbruch eines Pferdes auf eine Schnellstrasse mit Unfallfolge. Ein Tierarzt könnte sich entscheiden unter Benachrichtigung der örtlichen Behörden ein schwer verletztes Pferd zu euthanasieren, um dessen Leiden zu beenden. Aber solche Fälle sind Gott sei Dank selten.

Beachten sie, dass der Tierarzt nach seinem medizinischen Sachverstand handeln muss. Ein Tierarzt könnte also eine Euthanasie ablehnen, falls ihm diese unnötig oder ungerechtfertigt erscheint. Ebenso ist es dem Tierarzt möglich einzuschreiten, falls ein Besitzer das Leiden oder Sterben seines Pferdes unnötig verlängert.

Planung und Vorbereitung
Wenn sie und ihr Tierarzt sich schließlich auf eine Euthanasie als die beste Wahl verständigt haben, ist es wichtig, dass sie sich so gut es geht vorbereiten. Wenn Sie sich im voraus auf die Entscheidung einstellen, können sie natürlich bessere Vorbereitungen treffen als in der Notfallsituation. Die folgenden Tipps können ihnen helfen:

  • Legen sie fest, wann und wo es für sie, den Tierarzt und dem Pferd am besten passt. Bedenken sie, dass auch der Abtransport des euthanasierten Pferdes sichergestellt und so einfach wie möglich sein sollte.
  • Falls sie ihr Pferd in einem Fremdstall eingestellt haben, unterrichten sie bitte den Stallbesitzer über die Euthanasie.
  • Entscheiden sie, ob sie während der Euthanasie anwesend sein wollen. Nur sie wissen, was für sie richtig oder falsch ist.
  • Bitte haben sie Verständnis, dass ihr Tierarzt aus Sicherheitsgründen nicht zulassen wird, dass sie während des Ablegevorgangs in der Nähe ihres Pferdes stehen.
  • Diskutieren sie den Vorgang im Vorhinein um zu wissen, was sie und ihr Pferd erwartet.
  • Treffen sie Vorkehrungen für den zügigen Abtransport und die Beseitigung des Tierkörpers. Holen sie Erkundigungen bei ihrem Tierarzt ein.
  • Erklären sie ihren Familienmitgliedern, besonders Kindern, warum ihre Entscheidung für eine Euthanasie gefallen ist.
  • Erlauben sie sich zu trauern. Indem sie mit einer verständnisvollen Person darüber sprechen können sie ihren Verlust besser verarbeiten.
  • Wenn ihr Pferd versichert ist, verständigen sie bitte ihre Versicherungsgesellschaft vor dem Euthanasietermin um unnötige Probleme mit den Ansprüchen zu vermeiden.

Ein stressfreies Ende
Als besorgter Tierbesitzer wollen sie natürlich auch ein stressfreies und schmerzloses Ende. In der Regel wird ihr Tierarzt Medikamente in einer Dosis verabreichen, die ausreicht, das Zentrale Nervensystem dauerhaft auszuschalten. Die Applikation führt danach zum Herzstillstand und das Pferd wird aufhören zu atmen. Das Medikament wirkt schnell und effizient. Natürlich reagiert nicht jedes Pferd in exakt der gleichen Art und Weise. Wenn sie sich also entschieden haben, während der letzten Injektion bei ihrem Pferd zu sein, seien sie bitte darauf gefasst dass ihr Tier schnell niederfallen kann oder noch tiefe Atemzüge möglich sind. Auch Zuck- und Ruderbewegungen kommen gelegentlich vor bevor das Pferd endgültig einschläft.

Im Versicherungsfall
Wenn ihr Pferd versichert ist, machen sie sich mit den Vertragskonditionen ihrer Police vertraut bevor sie handeln. Die meisten Versicherungsgesellschaften verlangen eine vollständige Information über den Beginn und Verlauf des medizinischen Zustandes des Pferdes, besonders wenn der Tod oder eine Euthanasie in Betracht kommt. Auch im Falle eines Notfalls sollte ein vernünftiger Versuch unternommen werden, die Gesellschaft zu benachrichtigen. Dies ist die alleinige Aufgabe des Tierhalters, nicht des Tierarztes. Abgesehen davon liegt es in der Besonnenheit und Verantwortung des Besitzers und des Tierarztes im Interesse des Pferdes zu handeln.

Was gehört in die Stallapotheke?

von Dr. med. vet. Kurt Grob, Spezialtierarzt FVH für Pferde, Pferdeklinik Moosweid, Obfelden

Erkrankungen und Unfälle sind bei Tieren genauso üblich wie bei uns Menschen. Erste Hilfsmaßnahmen kann und muss man dabei häufig selber vornehmen und eine Notfallapotheke leistet dabei häufig gute Dienste. Kleinere Wunden können selber versorgt werden, auch ein kleiner Verfassungscheck kann mit Fieber messen, Atmungs- und Puls-Kontrolle dem Tierhalter und allenfalls dem Tierarzt Informationen liefern.

Wundversorgung
Zuerst gründliche Säuberung der Wunde mit genügend Wasser (normales Wasser ist fast steril) und Desinfektionslösung und Entfernen aller in der Wunde befindlichen Fremdkörper (Steinchen, Stachel usw.). Das Entfernen der Haare um die Wunde herum ist zur Behandlung und zum Sauberhalten der Wunde oft von Vorteil. Danach kann die Wunde desinfiziert werden, ev. mit Gaze bedeckt und eingebunden werden. Kleine Wunden heilen meist auch ohne Verband gut ab.

Temperatur messen
Die Normaltemperatur des Pferdes beträgt in Ruhe 37.5° bis 38° C. Das Thermometer wird vorne gleitfähig gemacht und waagerecht in den After eingeführt. Meist wird der Aftermuskel beim Einführen angespannt, dann einfach zuwarten bis sich das Tier wieder entspannt, und dann das Thermometer ruhig ein weiteres Stück einschieben. Das Thermometer kann mit einer Schnur mit Wäscheklammer gesichert werden. Die Klammer wird an den Schweifhaaren festgesteckt und verhindert das zu Boden fallen des Thermometers.

Puls messen
In Ruhe beträgt die Pulsfrequenz eines Pferdes 32 bis 40 Schläge pro Minute.

Die Anzahl Schläge sollte während 15 Sekunden gemessen und durch Multiplikation mit 4 auf eine Minute umgerechnet werden. Der Puls kann beim Pferd am Herzen od. an verschiedenen anderen Orten ertastet werden:

  • an der Unterkante der Ganaschen
  • an der Unterseite der Schweifrübe
  • ober- und unterhalb des Fesselkopfs

Atem messen
In Ruhe beträgt die Atemfrequenz eines Pferdes 8 bis 12 Atemzüge.

Die Atemzüge sollten während mindestens 30 Sekunden gezählt und anschliessend verdoppelt werden. Auch die Atemfrequenz eines Pferdes kann an verschiedenen Orten beobachtet werden:

  • an der Flanke
  • an den Nüstern

Vor allem betreffend Puls- und Atmenfrequenzen können sich Ponies und Pferde unterscheiden, abgesehen davon dass es sowieso individuelle Unterschiede gibt. Messen und kontrollieren Sie also die PAT (Puls-Atem-Temperatur) –Werte ihres Tieres gelegentlich, um über seine eigenen Werte Bescheid zu wissen, aber auch um Sicherheit und Routine zu haben. Diese Kontrollen zum ersten Mal in einer Notfallsituation machen zu müssen, wenn häufig alle Beteiligten meist sowieso schon unruhig sind, ist nicht unbedingt zu empfehlen.

Notfallapotheke
Fieberthermometer
gebogene Schere od. Verbandschere
Taschenlampe
Flüssige Desinfektionsmittel, z.B. Betadine-Seife, Betadine-Lösung
Desinfizierende Wundsalbe, z.B. Jodoplex
Gaze-Faltkompressen
Verbandswatte (div. Grössen)
Bandagen
Klebeband

Je nach Bedarf und Pferd kann diese Apotheke erweitert werden, wichtig dabei ist eine regelmässige Kontrolle ob noch alles Notwendige vorhanden und brauchbar ist.